Fruchtbarkeitssymbole finden sich in fast allen Bräuchen der Osterzeit. Das Sinnbild der Lebenserneuerung ist das Osterei, welches bunt gefärbt oder mit schönen Figuren, Runen oder Sprüchen bemalt wird. Die Kinder suchen mit Eifer die vom „Osterhasen“ versteckten Eier und versuchen, bei dem beliebten „Eierpicken“ und „Eierrollen“ neue Ostereier zu gewinnen.

 

Die jungen Mädchen gehen am Ostermorgen zum Brunnen oder Bach, um das Osterwasser zu holen. Schweigend muß „fließendes“ Wasser geschöpft und heimgebracht werden, dann erst gibt es Schönheit und Gesundheit für das ganze Jahr. Die Jungmänner aber necken und erschrecken die Mädchen, damit sie lachen oder aufschreien. Dann verliert das Osterwasser seine Zauberkraft. Schweigend und tapfer wehren sich die Mädchen, begießen die Spötter, schlagen sie in die Flucht – und tragen ernst und still das kostbare Wasser heim. – Manch alte Osterbräuche sind vergessen, wie „Ballwerfen und Reigentänze“, welche einst den Kampf und Sieg des Frühlings über den Winter darstellten. Viele andere Osterbräuche sind noch in ländlichen Hochzeitssitten, in Gebräuchen bei der ersten Aussaat und im Brauchtum der Innungen und Zünfte verborgen. Auch die Bergleute glauben noch an die Sage, daß sich der Schoß der Erde an den Ostertagen öffnet und die in ihm verborgenen Schätze, besonders im Gebirge und im Bergbaugebiet Schlesiens, freigibt. – In einigen Gegenden Schlesiens gehen die Bauern in aller Frühe auf die Felder und schlagen die junge Saat mit den Dreschflegeln, um das Wachstum zu fördern.

Wenn sich auch der Brauch des Osterhasen bei uns noch nicht allzu lange nachweisen läßt, so gehört seine Gestalt urtümlichen mythologischen Vorstellungen an. Der Hase war eines der Lieblingstiere der germanischen Götter, denn gerade der Hase ist das fruchtbarste Wild der deutschen Wälder. Um den „Osterhasen“ wob sich bald die Legende vom Eierlegen zur Osterzeit. Zwei Symbole treffen hier zusammen.

Fruchtbarkeitssymbole finden sich in fast allen Bräuchen der Osterzeit. Die Kirche vermochte die alten germanischen Bräuche nicht auszurotten, deshalb wurde ihnen ein anderer Sinn untergeschoben.

  • Ostern wurde zum jüdischen „Passah“-Fest gemacht,
  • das Naturerwachen wurde zur Auferstehung des gekreuzigten Stifters der Kirche,
  • aus Siegfried wurde Sankt Georg,
  • aus den Festzügen wurden Prozessionen,
  • aus den Waldfahrten wurden Wallfahrten.
  • An die Stelle von „Laich“ und Frühlingsspiel setzte die Kirche die Passionsspiele vom Leben und Sterben Christi.
  • Liebeslieder wurden zu Kirchenliedern umgedichtet und sogar der Kuckucksruf in der Kirche verwendet.
  • Wohl jeder ursprüngliche Sinn der germanischen Naturbräuche wurde zu Dämonenglauben und Abwehrzauber umgefälscht.

Hans Strobel sagt in seinem Buch „Bauernbrauch im Jahreslauf“ mit Recht: „Also ist auch der „Auferstehungstag Christi“ gar nicht festliegend, sondern in jedem Jahr wandernd, was die Christen offensichtlich nicht stört!“

Der Name „Palmsonntag“ ist eine kirchliche Fälschung. Im Norden gibt es keine Palmen, die in Wald und Flur unseres Breitengrades gedeihen. Die Bezeichnung „Grüner Sonntag“ wäre dagegen sinnvoll und richtig, wie es auch Strobel anregt. Der grüne Donnerstag ist fast nur noch mit kirchlicher Sinndeutung bekannt und gehört zu dem Fest der Frühlingsauferstehung. An diesem Tage wird das erste Grün der neuen und jungen Kräuter als Salat auf den Tisch gebracht.

Am „Stillen Freitag“ gedenken wir der 4.500 Sachsenführer, welche der Kaiser Karl am Freitag vor Ostern des Jahres 772 n. d. Zw. bei Verden an der Aller hinschlachtenließ, und aller für ihren Väterglauben als Hexen und Heiden verbrannten und ermordeten Frauen und Männer unseres Volkes.