Inhalt der Religion ist fuer uns das, was wir heilig zu halten haben, ferner Braeuche, welche uns in den Lebens- und Jahreslauf einordnen. Der kultische Brauch, wie dieser traditionell ueberliefert wurde, ist Ritus, und aus den einzelnen Riten setzt sich das Ritual zusammen, die religioese Feier.

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Es gibt hunderte verschiedene Definitionen von Religion, wobei viele von der eigenen Konfession des Schriftstellers gepraegt sind. Es erscheint uns deshalb sinnvoll, vom Wort selbst auszugehen. Cicero leitete dieses her von „religere“, dessen Sinn sich am besten aus seinem Gegenteil „negligere = vernachlaessigen“ ergibt. Es ist also das, was im sakralen Bereich zu beachten ist. Dieses galt fuer bestimmte Lebenslagen genauso wie fuer die Lage des roemischen Staates; insbesondere ist ein besonderer Ritus einzuhalten.

Da der Begriff schon in heidnischer Zeit gebraeuchlich war, ist die zweite sprachliche Ableitung abzulehnen, die von dem christlichen Rhetor Lactantius versucht wurde, das Wort von „religare = binden“ herzuleiten, was bedeutet, der Mensch sei „Gott durch ein Band der Froemmigkeit verbunden“; die Roemer haben keine einseitige Bindung an Gott oder Goetter gehabt, sondern beispielsweise auch die Ahnen stark verehrt.

Inhalt der Religion ist fuer uns das, was wir heilig zu halten haben, ferner Braeuche, welche uns in den Lebens- und Jahreslauf einordnen. Der kultische Brauch, wie dieser traditionell ueberliefert wurde, ist Ritus, und aus den einzelnen Riten setzt sich das Ritual zusammen, die religioese Feier.

Es gibt verschiedene Arten, Religionen zu unterscheiden. Offenbarungsreligionen haben einen Stifter, der behauptet, zu ihm habe ein Gott geredet und ihm etwas offenbart (Judaismus, Christentum, Islam u. a.); der Gegensatz sind Naturreligionen, die das Heilige im erfahrbaren Wirklichen finden (so die klassische Definition), wobei heute als „naturreligioes“ besonders solche Menschen bezeichnet werden, die „Gott in der Natur“ suchen, so wie die Germanen heilige Quellen, Haine, Baeume und Berge verehrten. Es gibt Volksreligionen, die an eine bestimmte Gemeinschaft gebunden sind (z. B. Judaismus fuer die Juden, Shintoismus fuer die Japaner), andererseits Universalreligionen, die in der ganzen Welt missionieren wollen (z. B. Christentum, Islam, Buddhismus).

Unterschiede ergeben sich auch beim Verehren. Die bei den Semiten entstandenen Religionen betonen die absolute Uebermacht Gottes, dem gegenueber der Mensch lediglich nichtswuerdiger Knecht sei, von Gottesfurcht und demuetiger Unterwerfung aus einem Abhaengigkeitsgefuehl heraus gepraegt. Andererseits sind bei den indogermanischen Religionen die Goetter gesteigerte Menschen, mit denen der Mensch ein vertrauensvolles Freundschaftsverhaeltnis eingehen, sich aber auch gegen sie wenden kann, falls sie ihm nicht geholfen haben; wegen dieser Naehe gibt es im Indogermanentum einen Zug zur Vergottung des Menschen, zum Eindringen ins Goettliche und zum Pantheismus.

Aus diesem unterschiedlichen Gottesbild erklaeren sich auch manche anderen Unterschiede. Die Kunst wird vom semitischen Gottesbewusstsein abgelehnt, weil sie dem Heiligen zu nahe kommt, sein angebliches „Anderssein“ nicht achte („Du sollst Dir kein Bildnis machen von mir…“). Ferner stellt die Kunst das Schoene dar, ist also diesseitig, „weltlich“. Die Zuwendung zum Schoenen erscheint dem orientalisch gepraegten Menschen als suendhafte Abwendung von Gott, so dass sogar das Haessliche vorgezogen und gepriesen wird.

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Indogermanische Religionen haben dem gegenueber Goetter vollendet schoen dargestellt, und auch sonst Freude an der Kunst, am Diesseitigen, gehabt, da sie das Diesseits geschaetzt haben.

Damit kommen wir zu einer anderen Unterscheidung: Diesseits- und Jenseitsreligionen. Jenseitsreligionen befassen sich hauptsaechlich mit dem, was jenseits der erfahrbaren Welt sein soll (Gott, Leben nach dem Tode, Hoelle und Paradies). Das Christentum beispielsweise ist fixiert auf den Kreuzestod Jesu einerseits (fernste Vergangenheit) und das juengste Gericht andererseits (angeblich fernste Zukunft). Die Gegenwart, das Diesseits wird zu Gunsten eines imaginaeren Jenseits als „Ort der Erfuellung“ entwertet.

Ebenso unterscheidet sich eine realistische Religion von einer utopischen Religion. Die realistische Religion sieht die hier geltenden Regeln und Naturgesetze und bejaht diese; sie geht davon aus, dass die Welt im Grundsaetzlichen nicht zu aendern ist, so dass es unsere Aufgabe ist, die Welt zu begreifen und uns dann den Regeln entsprechend in ihr einzurichten.

Die Anhaenger der utopischen Religion leiden in dieser Welt, sie moechten dieser Welt entfliehen, teils ins Jenseits, teils in eine paradiesische Zukunft, wo, wie es in der Bibel heisst, der Löwe friedlich neben dem Lamm liegt, wobei durch „Wunder“ schon in der Vergangenheit die Naturgesetze angeblich ausser Kraft gesetzt worden seien (Stillstand der Sonne, Zaubern von 5.000 Broten aus 5 Broten in der Bibel und dergleichen).

Die Religionen unterscheiden sich des weiteren in solche, die in der ewigen Wiederkehr leben (die Ahnenkette der Indogermanen), und solche, die auf ein bestimmtes kuenftiges Ziel hin sich ausrichten (Wiederkunft Jesu und Gericht ueber die Welt).

Sie unterscheiden sich ferner in ihrem Verhaeltnis zur Naturwissenschaft. Die meisten Religionen – worauf Nietzsche zurecht hingewiesen hat – betrachten die Naturwissenschaften mit Feindschaft (Zwingung Galileis zum Widerspruch, Verbrennung Giordano Brunos wegen richtiger Auffassung zur Astronomie, Bekaempfung des Darwinismus im letzten Jahrhundert durch die Kirchen, weil er die Schoepfungsgeschichte widerlegte): Unser Artglaube hingegen gesteht der Naturwissenschaft das Recht zu, allein ueber die gedanklich und sinnlich erfahrbare Wirklichkeit Aussagen zu treffen; unsere Religion ist im Einklang mit den Naturwissenschaften, fuehrt in manchen Dingen aber darueber hinaus, macht also Aussagen ueber etwas, was nicht widerlegt, aber auch noch nicht bewiesen ist. Wenn das Zweite Vatikanische Konzil (3765 n. St.) als Wurzel der Religionen die Frage des Menschen nach seinem Wesen, Weg und Ziel bezeichnet, so koennen wir dem zustimmen.

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Religion ist fuer uns die Beantwortung der Frage nach dem Sinn des Lebens, nach den Wertsetzungen, welche wir fuer richtig erachten. Formal beinhaltet Religion die unbedingte Sinngebung des Lebens fuer den einzelnen Menschen und die Gemeinschaft, material entfaltet sich die Religion in Kultus, Mythos und Ethos. Wir stimmen dem Grossen Brockhaus zu, wenn er sagt, dass sich mit der Religion in der geschichtlichen Entwicklung immer und wohl notwendig ein System religioeser Lehren verbindet, das „die erkannte Wahrheit in fuer ihre Anhaenger verbindliche Form giesst (Bekenntnis)“. Religion kann auch als „in Form gegossene Froemmigkeit“ bezeichnet werden; Froemmigkeit oder Religiositaet stellen demgegenueber die Haltung eines Menschen zu den Religionsfragen dar, sind also auf den Einzelmenschen gemuenzt. Ein Mensch kann fromm oder religioes sein, obwohl er keiner Religionsgemeinschaft angehoert oder nahe steht. Er hat Religiositaet; eine Religion hat dieser Mensch aber nur dann, wenn er sich zu einer der verfassten Religionen bekennt.

In manchen der obigen Ausführungen ist bereits unsere Haltung deutlich geworden. Die Artreligion ist eine Diesseitsreligion; wir sind bezogen auf die Gegenwart, wollen diese erfuellen; hier sind unsere Aufgaben und Ziele. Wir haben Nietzsches Ruf „Bleibt der Erde treu!“ verstanden. Gegen die Verabsolutierung des Individuums im Christentum und Buddhismus mit der Erloesung der Einzelseele setzen wir ein Leben aus der Ganzheit. Wir sehen uns als Glied in der Kette der Geschlechter eingebunden und verpflichtet der Sippe und Rasse. Unsere Wuerde beziehen wir hieraus, nicht aus der angeblichen Suendenerloesung durch Jesu. Da unser Artglaube realistisch ist, bejahen wir die Regeln und Naturgesetze hier, was aber nicht bedeutet, dass wir jeden Zustand fuer gut heissen, der uns stoert und der zu aendern ist. Wir wissen aber, dass es ein „Paradies“ nie geben wird, sehen und bejahen den Kampf und die Auseinandersetzung als lebensnotwendig und lebenserhaltend. Wir sehen die Schrecken der Welt und wissen, dass es diese immer geben wird. Daraus ergibt sich aber kein Pessimismus, weil wir wissen, dass wir die Moeglichkeit haben, bessere Zustaende in dem von uns bestimmten Bereich zu schaffen. Midgard ist moeglich!

Wir sehen die Welt als Einheit, nicht das Goettliche ausserhalb der Welt als Schoepfer oder Wundertaeter stehen. Wir sehen die Welt als Ganzheit. Wir wollen mit unserer Diesseitsreligion unser Dasein bewaeltigen. Mit Goethe sehen wir den Sinn des Lebens als das Leben selbst. Von einfachsten Anfaengen her hat es sich zu kompliziertesten Formen verzweigt; wir stehen in einer unendlichen Kette, die es zu erhalten gilt. Zu erhalten in eigenen Nachkommen, oder aber in uns aehnlichen Verwandten unserer Art. Die verschiedenen Religionen sind Ausfluesse von Geist und Seele verschiedener Menschenrassen, sei es durch die Rassenzugehoerigkeit einzelner Stifter, sei es durch das Zusammenwirken mehrerer in langer Entwicklung zur heutigen Religion.

Die Anthropologie hat nicht nur im Koerperlichen, sondern auch im Seelischen und Geistigen Unterschiede zwischen den Menschenrassen festgestellt. Eine Welteinheitsreligion kann es deswegen ebensowenig geben wie einen Welteinheitsmenschen. Geistige und seelische Unterschiede gibt es aber nicht nur zwischen den einzelnen Grossrassen, den Europiden, Mongoliden und Negriden. Es gibt sie auch innerhalb der einzelnen Grossrassen, und zwar in jedem Raum. Eine auf ein Volk bezogene Religion ist deshalb, wenn diese wirklich alle Angehoerigen religioes ergreifen will, einerseits zu weit (weil in jedem Kulturvolk verschiedene Rassen durch die jahrhundertelangen Wanderungen leben), andererseits (soweit es gleiche Rassenangehoerige in anderen Voelkern betrifft) zu eng. Wir sehen durchaus, dass das deutsche Volk keine biologische Einheit mehr darstellt wie noch zu Zeiten der Germanen; Hunnen und Mongolenstuerme, die Vergewaltigungen und Wanderbewegungen im 30jaehrigen Krieg, ferner in und nach den beiden Weltkriegen haben dazu gefuehrt, dass nicht jeder, der deutsch spricht oder ueber einen deutschen Pass verfuegt, auch „unserer Art“ ist. Andererseits gibt es in den anderen germanischen Voelkern und darueber hinaus zahlreiche Menschen, die uns geistig-seelisch gleichen, mithin auch unsere religioesen Auffassungen haben oder haben koennten. Die Artreligion steht also zwischen Volks- und Universalreligion. Sie richtet sich an die Menschen unserer Art, und sie will die Bewahrung der Menschen unserer Art. Die Bewahrung unserer Identitaet kann nur durch den Glauben unserer Art erfolgen. Nur eine Glaeubigkeit, die in eine Religion muendet, die in einer Gemeinschaft gelebt und gestaltet wird, kann uns die Stosskraft geben, unmittelbare und konkrete Ziele zu erreichen, den unbedingten Willen zu unserer Erhaltung. Unser Raum, welchen wir in Jahrhunderten urbar gemacht, bebaut und gepflegt haben, und unsere ganze verrottete, in Aufloesung sich befindende Welt kann nur durch Artglaube und Artsittlichkeit wieder in Ordnung gebracht werden.

Wir lassen anderen Voelkern und Rassen ihr Eigenes; wir bestehen aber darauf, unser Eigenes zu erhalten und in dem eigenen Raum zu bewahren, den uns das Schicksal gegeben hat. Diesen werden wir halten und verteidigen und kein Stueck von ihm stehlen oder rauben lassen. Ereignisse wie diese, die im letzten Jahr in Schleswig-Holstein geschahen, duerfen sich nicht wiederholen, wo ein Mob aus Auslaendern, Mischlingen und Antifa durch Besetzung der Tagungsgaststaette und Raub von Tagungsunterlagen eine naturreligioese Tagung verhinderte! Wir haben diesen Raum mit unserem Schweiss und Blut erworben, kultiviert und verteidigt, es ist unser Land, und zwar seit vielen Jahrhunderten, und nicht das Land anderer Menschenarten, die ihre Heimat in anderen Landstrichen haben. Wir haben unseren Glauben in Form gebracht, das Bekenntnis unserer Art, und wir fuehren unser Leben nach dem Sittengesetz unserer Art. Unsere Religion soll das Leben erhoehen, heiligen, vertiefen, erfreuen, dieses Leben sinnvoller, schoener, lebenswerter, geordneter, gerechter machen, als es bisher war. Dieses erfolgt durch eine Bindung an das von uns als richtig Erkannte, woraus sich eine innere Verpflichtung ergibt. Unser Glaube ist der Artglaube, mein Glaube ist artreligioes. Glaube und dazu gehoerende Sittlichkeit sind durch Menschen unserer Gemeinschaft in Worte gefasst worden.

Woher haben wir die Gewissheit, dass wir bei Glaube und Sittlichkeit die fuer unsere Menschenart gueltigen Ausdrucksformen gefunden haben? Dieses wissen wir, weil beide im Einklang stehen mit dem Denken und der Erkenntnis grosser nordischer und faelischer Menschen, soweit sie nicht fruehkindlich-christlich ueberfremdet waren. Dichter und Denker, Kuenstler, Gelehrte, Wissenschaftler, Naturkundler, Anthropologen, Verhaltensforscher, Vorgeschichtler, Musiker und Soldaten haben Bausteine zur Erneuerung unseres Glaubens geliefert. Ihre Aussagen in wissenschaftlicher, weltanschaulicher und religioeser Hinsicht zeigen uns, wie wir waren, was wir sind, und wie wir sein koennen, sofern wir nicht verbogen sind. Sie zeigten uns, wo unsere tiefsten Gruende liegen, und wie wir den neuen und uralten Glauben unserer Art gestalten sollten. Ihre Aussagen brachten in uns, in unserer Seele, etwas zum Mitschwingen, und zeigten uns, dass wir nicht irregehen. Ihre Erkenntnis der Natur- und Lebensgesetze bewies uns, dass unsere Ethik im Einklang mit diesen Gesetzen steht, so verschieden auch die Pflanzen, die Tiere und die Menschenarten sind. Vorgeschichte, Germanistik und Brauchtumsforschung haben viele Erkenntnisse ueber unsere Menschenart erbracht, ebenso wie die Anthropologie.

Wenngleich die Edda als Ganzes fuer uns keine „heilige Schrift“ wie fuer die Christen die Bibel ist, finden sich in ihr doch viele Erkenntnisse darueber, was wir sind und was wir heilig zu halten haben. Wie wir uns zu verhalten haben, laesst sich den Sagas und manchen anderen Buechern entnehmen.

Aus all diesem haben wir ein festes Ordnungs- und Wertungsbild gewonnen. Religion muss eine gewisse Festigkeit haben, weil sie sonst keine Stosskraft entwickeln kann, keine Anziehung fuer ihre Anhaenger bietet. In Einzelpunkten mag ein Wandel moeglich sein, wie dieses auch beim Artbekenntnis in der Vergangenheit erfolgt ist; die Grundzuege muessen aber aus der Vergangenheit in die Zukunft weisen. Dem suchenden Menschen muss ein festgefuegter Rahmen fuer seine Lebensbetrachtung und Haltung gegeben werden. Das ist der Sinn der Religion. Sie gibt „Axiome“, wie in der Mathematik und der Philosophie die Voraussetzungen fuer weiteres Denken genannt werden. Solche „Axiome“, nicht „Dogmen“, sind Bekenntnis unser Art und Sittengesetz unserer Art. Lasst uns dafuer streiten, so viele Menschen unserer Art wie moeg lich von ihrer Richtigkeit zu ueberzeugen!