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Heft 37: Hexenwahn und Hexenprozesse
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Heft 24: Gustav Neckel, Germanisches Heldentum



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2. Auflage 3801 n. St., 64 Seiten


Inhaltsverzeichnis

  • Vorwort
  • Teja
  • Fulkaris
  • Hrolf
  • Grimoald
  • Helgi
  • Die Ächter
  • Der Mordbrand
  • Das Ende der Jomsburger
  • Thorstein Stangenhieb
  • Rachezug gegen Hallvard und Sigtrygg. Kveldulfs Tod
  • Kriegerweisheit
  • Nachwort

Vorwort

Die vorliegende Schrift erschien erstmals vor 59 Jahren. In einer Zeit, in der der "neue Mann" proklamiert wird, so ganz nach dem Wunsch der Feministinnen, fügsam, folgsam, bar jeder Aggressivität und allem Schöngeistigen zugetan, regelmäßig in Tränen ausbrechend, erscheint es uns angebracht, an ein Bild vom Mann zu erinnern, das im heidnischen Germanien Vorbildcharakter hatte.

Vergleichbares Heldentum gab es auch in neuerer Zeit; jede deutsche Divisionsgeschichte des ersten und zweiten Weltkrieges ist voll von Todesverachtung, Draufgängertum, Haltung gegenüber dem Unvermeidlichen. Eine dankbare Aufgabe wäre es, solche Stellen zu sammeln, sei es aus Oberst Rudels oder Ingo Petersons Büchern, aus Witteks"Männer", Panzermeyer "Grenadiere" u. ä. Wir geben hier die Anregung dazu, in der Hoffnung, daß sich jemand dieser Aufgabe unterzieht. Diesen Soldaten hatten die in dieser Schrift zusammengestellten Bilder aus der germanischen Frühzeit etwas zu sagen; sie fühlten sich den Handelnden wesensverwandt. Sie waren ihnen ja auch wesensverwandt; eine Erblinie verband sie.

Auch uns haben deshalb diese Erzählungen etwas zu sagen. Bis auf die Geschichte vom Ende der Jomswikinger, die gekürzt wurde, weil das Ende ohne Erläuterungen nicht verständlich wäre, haben wir die Arbeit unverändert gelassen. Möge sie Veranlassung geben, sich in die Erzählungen, aus denen sie stammen, insgesamt zu vertiefen!

8.5.3793 n.St.
Jürgen Rieger


Teja

Es war dem byzantinischen Feldherrn Narses vorbehalten, für Kaiser Justinian Italien zu erobern. Dabei halfen ihm getreulich Tausende germanischer Krieger, gelockt durch römisches Gold, besonders Langobarden, Gepiden und Eruler; diese letzten fanden sich in mehreren Scharen ein, unter einheimischen Fürsten. Germanische Kraft wird das Beste getan haben, als es galt, dem letzten Gotenheer unter Teja die Spitze zu bieten.

Die Vorgänge fallen in das Jahr 552. Unser Berichterstatter ist Prokop, ein wohlunterrichteter Zeuge, der ein offenes Herz für alles hatte und durch die Bewunderung, die er dem Heldentum des Teja zollt, den Kriegsruhm der Goten in der Geschichtsschreibung mit begründet hat.

In Kampanien erhebt sich der Vesuv, ein Feuerberg, der oft mit Getöse glühende Asche auswirft. An seinem Fuß sind Quellen mit trinkbarem Wasser, aus denen ein Fluß namens Drakon entsteht, der bei Nuceria vorbeifließt. An den Ufern dieses Flusses schlugen beide Heere ihr Lager auf. Der Drakon ist zwar nur ein kleiner Fluß, aber für Reiter und Fußgänger nicht durchschreitbar, da er in einem tiefen Bett strömt und seine Ufer sehr steil sind. Es führte jedoch eine Brücke über ihn. Diese besetzten die Goten und hatten ihr Lager dicht dabei.

An ein Nahgefecht war nicht zu denken, da der Fluß, wie gesagt, die Gegner trennte. Man trat nur so dicht wie möglich an das Ufer und beschoß sich gegenseitig. Auch einige Zweikämpfe kamen vor, wenn ein Gote die Brücke überschritt und dazu aufrief. So lagen die Heere zwei Monate einander gegenüber. Solange die Goten die See beherrschten und zu Schiff Lebensmittel heranschaffen konnten, vermochten sie standzuhalten, denn ihr Lager war nicht weit vom Meere. Dann aber bemächtigten sich die Römer der feindlichen Schiffe, dank dem Verrat eines Goten, der den Oberbefehl über die ganze Flotte hatte; auch kamen jetzt viele Schiffe aus Sizilien und den anderen Teilen des Reiches. Gleichzeitig ließ Narses am Flußufer hölzerne Türme aufstellen. Hierüber gerieten die Goten, die schon Mangel an Lebensmittel litten, in Bestürzung und zogen sich auf einen Berg ganz in der Nähe zurück, der bei den Römern Milchberg heißt. Dorthin konnten ihnen die Römer wegen des ungünstigen Geländes nicht folgen.

Aber die Barbaren sollten sofort bereuen, sich dorthin zurückgezogen zu haben, denn sie mußten noch viel größeren Mangel leiden: es war ihnen unmöglich, für sich und die Pferde irgend etwas aufzutreiben. Besser als Hungers zu sterben schien es ihnen, den Tod in offener Schlacht zu suchen. So rückten sie unerwartet vor und machten einen plötzlichen Angriff auf die Feinde. Die Römer wehrten sich den Umständen gemäß, d. h. nicht in Reih und Glied, in geordneten Abteilungen, unter richtigem Kommando, sondern bunt durcheinander, ohne die gegebenen Befehle hören zu können. Dennoch verteidigten sie sich, so gut es ging, mit aller Kraft. Die Goten hatten ihre Pferde laufen lassen und standen alle zu Fuß, das Gesicht gegen den Feind, in einer tiefen Schlachtordnung. Als die Römer das sahen, stiegen sie ebenfalls ab und stellten sich ebenso auf.

Jetzt komme ich zur Beschreibung einer höchst denkwürdigen Schlacht und des Heldenmutes eines Mannes, der in keiner Beziehung einem der sogenannten Heroen nachsteht. Ich will nämlich von Teja reden.

Die Goten trieb ihre verzweifelte Lage zur äußersten Tapferkeit an. Die Römer leisteten ihnen, obgleich sie ihren Verzweiflungsmut bemerkten, mit allen Kräften Widerstand, denn sie schämten sich, dem schwächeren Gegner zu weichen. Beide Parteien gingen mit Ungestüm auf die nächststehenden Feinde los, die einen, weil sie den Tod suchten, die anderen, weil sie um die Palme des Sieges stritten. Früh am Morgen begann die Schlacht. Weithin kenntlich, stand Teja mit wenigen Begleitern vor dem Heere, von seinem Schilde gedeckt und den Speer schwingend. Wie die Römer ihn sahen, meinten sie, mit seinem Fall werde der Kampf sofort zu Ende sein, und deshalb gingen gerade die Tapfersten, sehr viele an der Zahl, geschlossen gegen ihn vor, indem sie alle mit den Lanzen nach ihm stießen oder warfen. Er fing alle Spieße mit seinem Schilde auf und tötete viele Gegner in blitzschnellem Sprunge. Sooft sein Schild von aufgefangenen Lanzen voll war, ganz reichte er ihn einem seiner Waffenträger und nahm einen andern. So hatte er den dritten Teil des Tages unablässig gefochten. Da kam es wieder einmal so, daß in seinem Schilde zwölf Lanzen hafteten, so daß er ihn nicht mehr beliebig bewegen und die Angreifer nicht mehr damit zurückstoßen konnte. Laut rief er einen seiner Waffenträger herbei, ohne seine Stellung zu verlassen oder nur einen Finger breit zurückzuweichen. Keinen Augenblick ließ er die Feinde vorwärts kommen; weder wandte er sich so, daß der Schild den Rücken deckte, noch bog er sich zur Seite, sondern wie mit dem Erdboden verwachsen stand er hinter dem Schilde da, mit der Rechten Tod und Verderben austeilend, mit der Linken die Feinde zurückstoßend. So rief er laut den Namen des Waffenträgers. Dieser trat mit dem Schilde herzu, und er nahm ihn sofort statt des speerbeschwerten. Dabei war seine Brust einen kurzen Augenblick entblößt: eine Lanze traf ihn, und er sank sofort tot zu Boden.

Einige Römer steckten seinen Kopf auf eine Stange und zeigten ihn beiden Heeren, den Römern, um sie noch mehr anzufeuern, den Goten, damit sie in Verzweiflung den Kampf aufgäben. Die Goten aber taten das keineswegs, sondern kämpften bis zum Einbruch der Nacht, obwohl sie wußten, daß ihr König gefallen war.

Als es dunkel war, ließen die Gegner voneinander ab und brachten die Nacht unter den Waffen zu. Am folgenden Tage erhoben sie sich früh, nahmen dieselbe Aufstellung und kämpften wieder bis zum Abend. Keiner wich dem andern auch nur um eines Fußes Breite, obgleich auf beiden Seiten viele den Tod fanden, sondern erbittert setzten sie die furchtbare Arbeit fort, die Goten in dem vollen Bewußtsein, ihren letzten Kampf zu kämpfen, die Römer, weil sie sich von jenen nicht überwinden lassen wollten.

Schließlich schickten die Barbaren einige von ihren Vornehmen an Narses und ließen ihm sagen, sie hätten wohl gespürt, daß Gott wider sie sei – sie fühlten, daß eine unüberwindliche Macht ihnen gegenüberstehe – und durch die Ereignisse über den wahren Sachverhalt belehrt, wollten sie ihre Meinung ändern und vom Kampf ablassen, nicht um Untertanen des Kaisers zu werden, sondern um bei irgendwelchen andern Barbaren in Freiheit zu leben. Sie baten, die Römer möchten ihnen einen friedlichen Abzug gestatten und, billiger Erwägung Raum gebend, ihnen die Schätze als Wegzehrung belassen, die sie in den Kastellen Italiens früher jeder für sich aufgespart hätten.

Hierüber ging Narses mit sich zu Rate. Johannes aber, Vitalians Neffe, redete ihm zu, er solle die Bitte gewähren, nicht weiter mit Männern kämpfen, für die der Tod keine Schrecken hätte, und nicht den Mut der Verzweiflung auf die Probe stellen, der nicht nur für jene, sondern auch für ihre Gegner verhängnisvoll werden könne. Narses billigte diese Ansicht. Es wurde ausgemacht, die überlebenden Barbaren sollten mit all ihrer Habe sofort ganz Italien meiden und unter keinen Umständen mehr die Waffen gegen die Römer tragen.

Inzwischen brachen tausend Goten aus dem Lager hervor und gelangten ungehindert nach der Stadt Ticinum und den Gegenden jenseits des Po, geführt unter andern von Indulf, dessen ich früher Erwähnung getan habe. Die übrigen beschworen sämtlich den Vertrag.

Fulkaris

Unmittelbar nach dem Sturz der Gotenherrschaft kam ein großes Heer von Franken und Alemannen über die Alpen in die Po-Ebene. Narses schickte ihnen Truppen entgegen. Eine Abteilung, großenteils aus erulischen Hilfsscharen bestehend, wurde geführt von dem jungen Erulerfürsten Fulkaris.

Die Heimat der Eruler lag an den Ufern der Ostsee. Sie bewegten sich noch nicht lange auf dem Kulturboden des Römerreichs und bieten in allem, was von ihnen berichtet wird, ein Bild frischesten, ungebrochenen Germanentums.

Der Grieche Agathias – Fortsetzer des Prokop – berichtet:

Der Erulerführer Fulkaris war zwar ein tapferer Mann, der vor nichts in der Welt sich fürchtete, aber ein tollkühner Wagehals, der in seinem Übermut leicht zu weit ging. Seiner Ansicht nach war es nicht die Aufgabe eines Heerführers, das Heer zu ordnen und aufzustellen, sondern er setzte seine Ehre hauptsächlich darein, allen sichtbar im Vordertreffen zu kämpfen, sich mit vollem Ungestüm auf die Feinde zu werfen und eigenhändig dreinzuschlagen.
Damals nun kannte sein Übermut keine Grenzen, und er versuchte einen Handstreich auf die Stadt Parma, die sich bereits in den Händen der Franken befand.
Nun hätte er wenigstens Streiftrupps vorschicken müssen, um sich möglichst genau über die Feinde zu unterrichten, und danach in guter Ordnung anrücken. Statt dessen führte er in blindem Vertrauen auf seine ungestüme Tapferkeit die Erulerschar und was er an römischen Soldaten bei sich hatte, völlig ungeordnet in Eile vorwärts, ohne an ein mögliches Unheil auch nur zu denken.

Der Frankenherzog wußte von seinem Anmarsch und verbarg im Amphitheater, nicht weit von der Stadt, die tapfersten seiner Leute, die er sorgfältig ausgesucht hatte, so daß sie einen furchtbaren Hinterhalt bildeten, stellte Wachen aus und wartete ab. Als nun Fulkaris und seine Leute an dem Hinterhalt vorbeigezogen waren, stürzten die Franken auf ein gegebenes Zeichen hervor und griffen den ungeordneten, völlig unvorbereiteten Zug in dichten Reihen an.
Die ersten, auf die sie trafen, stießen sie sämtlich nieder, da diese durch den plötzlichen Überfall vollständig überrascht waren und umzingelt wurden. Die Mehrzahl merkte noch gerade, in was für eine schlimme Lage sie gekommen waren, und suchten ihre Rettung auf schimpfliche Weise: sie kehrten den Feinden den Rücken zu und flohen Hals über Kopf, ohne an Gegenwehr und ihre langjährige Waffengeübtheit zu denken.

Als so das Heer zersprengt war, blieb Fulkaris mit seinem Gefolge allein zurück. Er hielt es unter seiner Würde, ebenso davonzulaufen, und zog einen ruhmvollen Tod einer schimpflichen Rettung vor. Ein Grabdenkmal bot ihm eine günstige Rückendeckung, und so stand er festen Fußes da und streckte viele Feinde nieder, indem er bald gewaltig vorsprang, bald mit dem Gesicht gegen den Feind Schritt für Schritt zurückwich. Er hätte sich noch ganz gut durch die Flucht retten können. Als aber seine Leute ihn dazu aufforderten, sagte er: "Wie könnte ich Narses’ scharfer Zunge standhalten, wenn er mich der Unbesonnenheit beschuldigt?" Er hatte also mehr Furcht gescholten als getötet zu werdern und blieb auf dem Platze, indem er sich aufs tapferste wehrte und zu kämpfen nicht eher abließ, als bis er, von Feinden dicht umdrängt, die Brust von vielen Speeren durchbohrt, das Haupt durch einen Beilhieb gespalten, mit dem Tode ringend vornüber auf seinen Schild fiel.

Die, die bei ihm ausgehalten hatten, fanden sämtlich über seinem Leichnam den Tod, teils durch eigene Hand, teils von den Feinden überwältigt.








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