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Heft 27: Felix Genzmer, Germanische Schöpfungssagen



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2. Auflage 3801 n. St., 64 Seiten




Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Wohl die meisten Völker haben sich Gedanken darüber gemacht, wie Erde und Himmel und die Menschen entstanden seien; viele von ihnen haben diese Gedanken zu mythischen Erzählungen ausgestattet. Erwarten dürfen wir aber nicht, hier immer ein wohlgefügtes Lehrgebäude zu finden. Bei den Völkern, wo die Überlieferung in reicherem Strome fließt, sehen wir vielmehr eine verwirrende Fülle verschiedener Vorstellungen, die nebeneinander herlaufen oder sich ablösen, die sich ergänzen oder auch einander widersprechen.

Wo wir ein einheitliches, leidlich widerspruchsfreies Ganzes erkennen, ist es das Werk einzelner Persönlichkeiten, wie bei den Griechen der Götterhimmel Homers oder der Schöpfungsmythus Hesiods. Von der vorchristlichen Vorstellungswelt der Germanen ist uns nur ein kleinerer Teil bewahrt. Das Überlieferte verteilt sich zeitlich wie räumlich über einen weiten Bereich: es beginnt bald nach der Zeitwende mit Plinius und Tacitus und endigt im 13. Jahrhundert mit Snorri Sturluson; räumlich reicht es von Rhein und Donau bis hinauf nach Island.

Was wir haben, sind also nur Bruchstücke; doch sind es nicht Trümmer eines großen einheitlichen Lehrgebäudes, sondern Teile einer bunten und vielgestaltigen Vorstellungswelt. Den Versuch, ein geschlossenes Gedankengefüge herzustellen, finden wir erst ganz zuletzt: als nach mehr als zweihundertjähriger Herrschaft des Christentums die alten Vorstellungen auch auf Island zu verblassen begannen, unternahm es Snorri Sturluson in seiner Jüngeren Edda, die mythischen Vorstellungen seiner heidnischeu Vorfahren im Zusammenhang darzustellen. Selbstverständlich mußte ihm da manches Unechte in die Feder kommen; wir werden aber sehen, daß er dennoch erstaunlich viel alte Überlieferung vor dem Untergange gerettet hat.

Sind es also nur Bruchstücke aus verschiedenen räumlichen und zeitlichen Bereichen, die wir im folgenden zu sehen bekommen, so stehen diese doch nicht außer allem inneren Zusammenhang. Fs ist ein bestimmter Kreis typischer Vorstellungen, wie sie sich nicht nur die Germanen, sondern mit ihnen die gesamten rasseverwandten Indogermanen gemacht haben. Überraschend oft treffen wir bei Griechen, Persern und Indern verwandte Gedanken wieder, die öfters erkennen lassen, daß ihre gemeinsame Wurzel in die Tiefen indogermanischer Urzeit reicht.

Der Leser findet im folgenden alles wichtigere zusammengestellt, was uns aus dem germanischen Altertum über Weltentstehung und Weltschöpfung überliefert ist. Die Erläuterungen sollen ihm die größeren Zusammenhänge zeigen.

...

Dritter Teil

DIE GOTLÄNDISCHE SCHÖPFUNGSSAGE

Aus der Gutasaga

Gotland fand zuerst ein Mann, der Thjelwar hieß. Damals war Gotland so verzaubert, daß es am Tage versankund nur in der Nacht oben war. Aber dieser Mann kam als erster mit Feuer auf das Land; und seitdem versank es nie mehr. Thjelwar hatte einen Sohn, der Hafthi hieß; Hafthis Frau aber hieß Hwitastjerna.

Die beiden wohnten als erste auf Gotland. Die erste Nacht, wo sie zusammen schliefen, träumte sie, daß drei Schlangen in ihrem Busen umeinander geringelt waren; und es kam ihr vor, als ob sie aus ihrem Busen kröchen. Diesen Traum erzählte sie ihrem Gatten Hafthi. Er deutete den Traum so :

"Umhegt ist alles mit Banden: bebautes Land soll dies werden;
drei Söhne werden wir haben."

Dann gab er'allen noch ungeboren Namen :

"Guti soll Gotland haben, Graip soll der andre heißen,
doch Gunfjaun der dritte."

Sie teilten später Gotland in drei Teile, so daß Graip, der älteste, das nördliche Drittel und Guti das mittlere Drittel bekam; aber Gunfjaun, der jüngste, bekam das südlichste.

Von ihnen stammt das Volk auf Gotland ab.

Erläuterung

In ihrer überlieferten Form wurzelt diese Erzählung von Gotlands Entstehung in der Anschauung, daß das Feuer eine reinigende Kraft habe, die schädliche Mächte zu bannen vermöge; daher pflegte man im germanischen Norden Land, das man in Besitz genommen hatte, durch Feuer zu heiligen. Hinter unsrer Erzählung aber verbirgt sich eine uralte Schöpfungssage.

Daß die Erde von göttlichen oder anderen übermenschlichen Mächten aus der Tiefe emporgehoben und dann festgemacht worden sei, ist eine Vorstellung, die uns schon aus der Seherin Gesicht bekannt ist. Wir erkennen jetzt, daß der Schöpfer dieses Gedichts seine Vorstellung nicht selbst erdacht, sondern vorgefunden hat; gewählt hat er sie, weil ihm diese Schöpfungsart erhabenen Gottheiten geziemender erschien als die der anderen Sage, wonach die Götter die Erde aus Körperteilen eines erschlagenen Riesen gebildet hatten. Aber unsre Sage ist nicht nur gemeingermanisch; sie ist auch bei andern indogermanischen und nichtindogermanischen Völkern verbreitet: sie findet sich unter anderen auch bei den Indern, den Sanlojeden und andern nördlichen Stämmen und bei den Japanern.

Nach der indischen Sage ist die Welt dadurch entstanden, daß die Götter und Dämonen gemeinsam das ans Milch bestehende Urmeer quirlten, bis alle Dinge daraus hervorkamen. Als aber ein Dämon die Erde wieder ins Meer warf, hob sie der Gott Wischnu aus der Tiefe herauf und stellte sie wieder an ihren Platz.

Am nächsten steht der gotländischen aber die von Pindar berichtete griechische Sage von der Entstehung der Insel Delos, die den Mittelpunkt des Apollonkultes bildete. Danach war diese Insel einst tief im Wasser haltlos umhergeschwommen. Dann aber hob sie Poseidon für die flüchtige Leto empor; und als diese die Insel betrat, blieb sie stehen, und aus der Meerestiefe wuchsen vier Säulen auf, auf denen sie seitdem ruht.

Thjelwar ist uns auch aus der Älteren und der Jüngeren Edda bekannt: er heißt dort Thjalfi und ist der Diener und Gehilfe des Donnergottes Thor, den er auf mancher Fahrt ins Riesenland begleitet. Hwitastjerna bedeutet wahrscheinlich Weißstirn oder Weißstem, was auf eine alte kuhgestaltige Gottheit zu deuten scheint.

Daß das Land gedrittelt wird, erinnert uns an die Sage von Mannils und seinen Söhnen; auch das Muster Ahn, Vater, drei Söhne finden wir auf Gotland wieder, und wie dort sind auch hier die Namen der Söhne durch Stabreim verbunden.

Zu der Zeile: "Umhegt ist alles mit Banden", wörtlich: "Alles ist mit Ringen gebunden", ist zu vergleichen, was die jüngere Edda über das die Erde umringende und zusammenhaltende Meer sagt.








Dieses Produkt haben wir am Montag, 28. Dezember 2009 in unseren Katalog aufgenommen.

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