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Heft 15: Hans Holz, Aufbruch im Artglauben



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2. Auflage 3797 n. St., 36 Seiten

Inhaltsverzeichnis

  • Was ist Religion? 7
  • Heilige Mutterschaft 9
  • Gibt es eine Erbs�nde? 11
  • Heilige Art 13
  • Ist Arbeit ein Fluch? 15
  • Fremderl�sung? Nein danke! 19
  • Der Weg zu Gott 22
  • Warum wir nicht beten 24
  • Gott als Scharzer Mann? 25
  • Gutes um des Guten willen 27
  • Liebet Eure Feinde? 29
  • Freut Euch des Lebens! 30
  • Die letzte Stunde 32
  • Offenbarung? 33

Was ist Religion?

Das ist wohl die ungeheuerlichste F�lschung, mit der eine fremde Lehre unser Volk heimgesucht hat, indem sie Religion und Glauben als einzig und allein an die christliche Kirche und ihre Dogmen gebunden ausgab und noch heute ausgibt. Religi�s, so behauptet sie, ist nur, wer Mitglied der christlichen Kirche ist und sich zu ihren Lehrs�tzen bekennt, gl�ubig nur, wer nach ihnen lebt. Wer also seinen Gott au�erhalb des christlichen Dogmen-Gem�uers sucht und findet, gilt in den Augen der Priesterschaft, mag er charakterlich noch so gut und wertvoll sein, als �verlorenes Schaf�, als �Heide�.
Diese Tatsache ist mit der Grund daf�r, da� mancher, der l�ngst keinerlei Bindungen zur christlichen Kirche mehr sp�rt, au�er denen des Steuerzettels, doch die �u�ere Bindung der Mitgliedschaft aufrecht erh�lt. Er m�chte nicht als �Ungl�ubiger� und als �Heide� gelten.

Nun, Religion und Glaube sind an keine Kirche, an keine Konfession, an keine Bibel und an keinen Priester gebunden. Es gilt, die Menschen unserer Art aus dem Irrwahn zu erl�sen, da� sie nur auf dem Wege �ber das Christentum ihren Gott finden k�nnten.
Keiner von uns wird als protestantischer oder katholischer Christ geboren, erst sp�ter steckt man ihn in eine der Konfessionen hinein. Was er aber mit auf die Welt bringt, ist sein Erbgut. Dieses ist das urspr�nglichste, das Nat�rliche und Selbstverst�ndliche. Aus ihm allein erw�chst der artgem��e Glaube, der uns angeboren wurde, und der deshalb nicht aufgezwungen zu werden braucht, wie das Christentum den heidnischen Sachsen oder Norwegern, sondern der nur bewu�t gemacht zu werden braucht.

Was ist nun Religion?

Es ist das Sehnen in uns, das uns erf�llt, wenn wir n�chtlicherweise unter dem bestirnten Himmel stehen, und unsere Seele sich emporschwingen m�chte, um wie in einer Glocke Ton im All zu schwingen und zu klingen. Es ist das Verlangen nach Vollendung. Schweiften deine Blicke einmal vom einsamen Strande �ber das weite Meer, �ber dessen gr�ngl�serne Wellen der blaue Himmel sich leuchtend w�lbte? Lauschest du nicht ergriffen dem Rauschen der See und war es dir nicht, als r�hrte Ewiges dich an, da der Sturm das Meer aufw�hlte und die Gischt hoch emporschleuderte? Oder weiltest du einmal im tiefverschneiten, schweigenden Winterwald, entr�ckt dem jagen und Hasten, und f�hltest du hier nicht, wie es in dir ganz feierlich still wurde? Oder atmestet du einmal die reine Luft der Bergesgipfel im Hochgef�hl?
Du lauschst den Werken unserer gro�en Meister. Richard Wagners, Beethovens unsterbliche Weisen tragen und erheben deine Seele hoch hinaus �ber den grauen Alltag. Es wird ganz still in dir.
Mit einem schlichten Arbeiter sprach ich, der seit Jahrzehnten keine Kirche mehr von innen gesehen hatte. Er war auf einer Schiffsreise nach Norwegen gefahren. In der D�mmerung eines verl�schenden Sp�tsommertages war das Schiff nahe den j�h abst�rzenden, ragenden Felsendomen der norwegischen Fjorde vor Anker gegangen. Grieg�sche Weisen ert�nten in die feierliche Stille. Der Mann erz�hlte mir, da� er zu dieser Stunde seinen Gott wiedergefunden habe, den ihm die Kirche genommen hatte. Noch nie habe er so ersch�tternde Augenblicke tiefster Andacht und Weihe erlebt.

Religi�ses F�hlen, Glaube, der aus den Genen stammt, bedarf keiner Kirche oder Konfession, keiner Priester. Er wird mit uns geboren und von uns weitergereicht in die fernsten Geschlechter.

Jedes Gesch�pf ist den Gesetzen der Natur unterworfen, in die es hineingeboren wurde. Es gibt hunderte von Baumgattungen, jede von ihnen mu� sich nach dem ihr eigent�mlichen Gesetz entwickeln, bl�hen und Frucht tragen. Die Eiche wird immer wieder die eckige und knorrige Ver�stelung haben, ihr hartes Holz bleibt sich stets ebenso gleich wie Blatt und Frucht des Baumes. Wie sollte man auch Datteln und Feigen von ihm erwarten!
Man kann von den vielen hundert verschiedenartigen B�umen nicht einen herausgreifen und sagen: seht, dieser Baum verk�rpert s�mtliche B�ume; er ist immer nur Vertreter einer Art. So kann es auch eine f�r alle Menschenarten g�ltige Heilslehre geben; sie wird immer abh�ngig sein und sein m�ssen von der Rassenlehre. Deswegen hat es immer wieder das Aufbegehren gegen den aus anderem Geist entstandenen Fremdglauben gegeben. Luther entthronte die Kirche, die Wissenschaft entthront die Bibel. Das Alte ist morsch geworden und splittert und fault an allen Enden. Da ist das winzige Neue, lebenstr�chtig und jung, zukunftsfreudig und voll starker Ans�tze, das die Oberhand gewinnen wird. es wird siegen, weil es das Nat�rliche, das Urspr�ngliche ist, weil es aus den angeborenen Anlagen erwuchs. Indem wir um die Ewigkeit unserer Art wissen und uns als Glieder ihrer Geburtenkette f�hlen, indem wir die sich daraus ergebende Verpflichtung sp�ren und ihr leben, sind wir dem G�ttlichen nahe.

Freut Euch des Lebens!

Frohe Menschen brauchen keine Kirche, keinen Pastor und keinen Priester. "Nur die M�hseligen und Beladenen� finden den Weg zu ihnen. Aus der ganzen Geschichte des Christentums wird deutlich, da� ihnen eine heitere und sonnige Lebensfreude, ein von Fesseln befreites, jauchzendes Lachen nicht recht ist. Da� ihre Lehre gedeihe, brauchen sie Menschen, die das Leben verneinen, in ihm eine Last und eine Qual sehen, an ihm leiden. Sie m�chten Sie in Sack und Asche sehen, Menschen ohne Lebensmut und Lebensfreude, Menschen, die sich abkehren von dem �irdischen Jammertal�.
Sie ereifern sich von den Kanzeln herunter �Es ist Trauern besser denn Lachen, denn durch Trauern wird das Herz gebessert. Das Herz der Weisen ist im Klagehause, und das Herz der Narren im Hause der Freuden.� Und ein andermal hei�t es wieder: �Denn es gehet dem Menschen wie dem Vieh, wie dies stirbt, so stirbt er auch, und haben alle einerlei Odem, und der Mensch hat nichts mehr denn das Vieh, denn es ist alles eitel.�
Sich des Lebens zu freuen, ist in ihren Augen str�fliche S�nde.�Wir leben�, so meinen sie, �in einem Jammertal und unsere christliche Aufgabe besteht darin, unseren s�ndhaften Leib durch strenge Zucht und Kasteiung vorzubereiten auf die ewige Seligkeit im viel besseren Jenseits�.
Statt des Lachens froher Menschen wollen sie das zerknirschte Gestammel reuiger und b��ender J�mmerlinge, die im Staube kriechend um Gnade und Barmherzigkeit winseln.

Stolze, aufrecht schreitende Menschen sind ihnen ein Greuel, ihr Wunsch ist es, dem�tig ergebene Wichte um sich zu haben, die von der Wertlosigkeit und Nichtigkeit desn irdischen Daseins �berzeugt, sich an sie als Mittler zur �ewigen Jenseits-Seligkeit� klammern. Durch Drohungen und Versprechungen f�gig gemachte Kreaturen sind ihr Ziel.
Sie hassen die starken, selbstbewu�ten Pers�nlichkeiten, sie hassen mannhafte Charaktere, sie wollen die angstvoll sich duckende Masse, die gehorsam wie eine Herde Schafe die ihr zugewiesene Stra�e trollt. Immer wieder das Bild von �Hirt und Herde� - gut gew�hlt, da der Hirte die Schafe zu seinem Nutzen schert. Sie wollen Knechts- und Sklavenseelen, die �nicht lieb haben die Welt und was in der Welt ist�, und die alle Bedr�ngnis und Pein willig tragen in der Hoffnung auf himmlischen Lohn. Auf die Duldsamkeit solcher Wesen gr�ndet die christliche Kirche ihr weltliches Regiment.

Wir aber stimmen ein in das Lied der tiefen Lebensfreude!. Wir glauben, da� dieses Dasein mit allen seinen K�stlichkeiten und auch mit allen Schmerzen tausendfach lebenswert ist. Wir lieben die Welt und was in der Welt ist, denn sie ist so sch�n und birgt Wunder, sonder Zahl und Ma�. Schlagt entsetzt die H�nde zusammen ob unseres s�ndhaften Treibens, aber wir bleiben dabei: wir lieben diese Welt!

Wie begl�cken uns die brausenden Meere, die rauschenden W�lder, wie erquickt der segenstr�chtige Acker unser Auge! Sieh, wie leuchtend blau der Himmel sich dar�ber w�lbt und wie die Luft flirrt vom hei�en Sonnengold! Wir freuen uns des ersten , sch�chternen Gr�ns im Fr�hling und der ersten Schneeflocken im Winter!
Wir freuen uns guter Menschen und guter Taten. Erheben uns nicht die Werke unserer gro�en Meister zu den Sternen?

Wir freuen uns jedes Morgens, der uns vor Aufgaben und Pflichten stellt, jedes Tages, der unsere Arbeit werden und wachsen sieht, jeder abendlichen Stunde, die uns Erholung und Erbauung gew�hrt und jeder Nacht, die uns neue Kr�fte sammeln l��t zu neuem Beginnen.
Freudig bekennen wir uns zum Leben. Und mag es uns einmal hart anpacken, so f�hlen wir im federnden Widerstand und im mutigen Siegen unsere Kraft und St�rke. Gerade im Ringen und K�mpfen sp�ren wir besonders, wie sch�n und wie k�stlich das Dasein ist.

Allen Finsterlingen zum Trotz singen wir laut und fr�hlich das Lied der Lebensfreude. Lebensverneinung f�hrt zur Tatverneinung, wer das Leben leugnet, leugnet die Pflichten, die sich aus ihm ergeben, er stellt sich au�erhalb des Kreises der Aufgaben, die es jedem einzelnen auferlegt. Wir stehen mit beiden Beinen auf dieser Erde, ohne fortw�hrend nach dem h�chst ungewissen und niemals bewiesenen �Jenseits� zu schielen. Wir hegen weder eine H�llenfurcht, noch bed�rfen wir einer Hoffnung auf ein himmlisches Leben mit Dank und Lohn f�r gute Tat.

Wir glauben an die Werte des Diesseits, in denen die Ewigkeit unserer Art wurzelt, und indem wir um solche Werte ringen, dienen wir dem G�ttlichen. Unser Reich ist durchaus von dieser Welt, auf der wir schaffen und wirken wollen mit allen Kr�ften des Leibes und der Seele, ein jeder an dem Platze, auf den er gestellt ist. Und die Freude sei der Tat Begleiterin!

Die letzte Stunde

Was hat die christliche Kirche aus dem Tode gemacht: ein d�rres, knochenklapperndes Gespenst, das Furcht und Entsetzen verbreitet, wo es nur geahnt wird.
Wie sie die L�ge von der Erbs�nde erfand, um vom zartesten Alter ab den Menschen in die Gewalt zu bekommen, so ersann sie sich ein Mittel, um diese Macht dem Menschen bis zu seinem letzten Atemzuge f�hlbar zu machen: �Der Tod ist der S�nde Sold!�

Aus der nat�rlichen, gottgewollten Ordnung haben sie den Tod herausgenommen und ihn zu einer Strafma�nahme herabgew�rdigt. Nur mit Bangen und Beben stehen ihm die meisten Menschen entgegen.
Br�chten wir doch den Mut auf, uns von dem kirchlichen Wahn zu l�sen, im Tode keine f�rchterliche Strafe, sondern in ihm einen Freund Hein, wie die Norddeutschen sagen, zu erkennen, der eine sch�pfungsgem��e Sendung erf�llt.

Worin besteht sie denn?
Was wir Tod nennen, ist nichts anderes als der Sieg des jungen, zum Licht dr�ngenden, tr�chtigen und zukunftsgewissen Lebens �ber das alte, welke, absterbende, zu Bl�te und Frucht nicht mehr f�hige.

Du willst, da� deine Art, dein Volk ewig sei?
So wisse, da� der Tod des Alten und Morschen unabweisbare Voraussetzung ist f�r die Ewigkeit, denn nicht dieses, sondern das junge Element ist des Lebens Wiege.

Gewi�, wer jemals am Grabe eines guten Kameraden gestanden oder einem lieben Freund die Augen zugedr�ckt hat, wei�, wie schwer solche Scheiden sind. Es ist hart, den Vater, die Mutter zu verlieren und bereitet schmerzensreiche Stunden. Aber ist da denn wirklich ein Verlieren in der Stunde des Todes? Wirklich ein Ende?

Nein, das Leben ist niemals Verneinung, es kennt weder Anfang noch Ende. Der da eben den letzten Atemzug tat, war und bleibt ein Glied in der Kette seiner Sippe, in der Kette seiner Art. Dem Scho� ferner Ahnen entwuchs er, sein Fleisch und Blut, sein Geist wandelt in seinen Kindern und Enkeln weiter unter uns. Seine Taten �berdauern ihn und wirken in die Zukunft hinein.
Es ist keiner nur er selbst. Jeder wurzelt in seinen Ahnen, jeder tr�gt Verantwortung vor den Werdenden und K�nftigen. Tod ist nur ein Formzerbrechen, dazu dienend, da� das neue Leben sich um so kraftvoller entfalte. H�chstes Gl�ck d�nkt es uns, nicht an, sondern f�r etwas zu sterben.

Was aber nach dem Tode kommt? Es w�re Vermessenheit, diese Frage zu beantworten. Es kann uns auch nicht k�mmern. Wir geh�ren dieser Erde, waren Glieder unseres Volkes und unserer Art. Wenn wir angesichts des nahenden Todes das Bewu�tsein haben d�rfen, unserer Art gegen�ber mit all unseren Sinnen und Trachten unsere Pflicht getan, ihr nach bestem Wissen und Gewissen gedient zu haben, dann braucht uns vor dem, was nach dem Tode kommt, nicht bange zu sein.

Ein ewiges Leben im Jenseits - nein, daran verm�gen wir nicht zu glauben, aber wir glauben an unsere ewige Art!

Dieser Glaube aber gibt unserem Leben und Sterben h�chste Weihe.








Dieses Produkt haben wir am Montag, 28. Dezember 2009 in unseren Katalog aufgenommen.

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Donnerstag, 18. Juli 20198257908 Zugriffe seit Mittwoch, 10. Mai 2006
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