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Heft 4: Jürgen Rieger, Weg und Ziel der Artgemeinschaft



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3800 n. St., 136 Seiten


Vorwort

Die bedeutenden Leiter der Artgemeinschaft vor mir, nämlich Dr. Wilhelm Kusserow und Dr. Wielant Hopfner, haben dargelegt, wie sie sich den Weg unserer Gemeinschaft vorstellen. Dr. Hopfner in einem Aufsatz in der NZ "Zu neuen Ufern" und im Vortrag 3987 n.St. "Entscheidungen - neue Wege gehen?", Dr. Kusserow in den Heften "Wesen, Weg, Ziel neuen Glaubens", "Vermächtnis" und "Das Sieb" sowie im Buch "Artglaube" und verschiedenen Aufsätzen in unserer Zeitung. Ich bin nunmehr 30 Jahre Mitglied in der Artgemeinschaft und habe sie seit 20 Jahren mitgestaltet. Auch ich habe mir meine Gedanken über Weg und Ziel der Artgemeinschaft - GGG gemacht, wobei ich in vielen Dingen mit dem, was vor mir hierzu gesagt wurde, übereinstimme, in manchen aber auch nicht. Dies wird im folgenden deutlich werden. Ferner habe ich weitere Anregungen zu geben.

Daß meine Überlegungen zu Weg und Ziel der Artgemeinschaft -GGG durchaus erfolgversprechend sind, ist daraus ersichtlich, daß unter meiner Leitung die Artgemeinschaft - Germanische Glaubens-Gemeinschaft zur größten heidnischen Gemeinschaft in Deutschland wurde. Damit unsere Gefährten das "Erfolgsrezept" verinnerlichen, wurden diese Ausführungen, die in einem Zeitraum von vier Jahren entstanden sind, niedergelegt.

Der Abschnitt "Unsere Auffassung von Religion" ist erstmals in der NZ 2, 3798 n.St. veröffentlicht worden, bei dem Abschnitt "Feier -Brauchtum - Kult - Ritus" handelt es sich um meine einführenden Worte zu einer Gesprächsrunde beim Sommer-Gemeinschaftstag 3800 n.St., manches andere wurde in einem Vortrag von mir auf einem Gemeinschaftstag angerissen. Das meiste, soweit es nicht auf Ausführungen von Dr. Kusserow und Dr. Hopfner zurückgeht, ist hier aber erstmals ausgesprochen. Jeder von uns mache sich Gedanken, wie wir unsere Ziele verwirklichen können!

Hamburg, den 05.12.3800 n.St. Jürgen Rieger

 

Inhaltsverzeichnis

  • Warum müssen wir eine neue Lebensordnung schaffen?
  • Unsere Auffassung von Religion
  • Eine Religion für unsere Menschenart
  • Die Aufgabe der Religionsgemeinschaft
  • Was ist wesentlich, was ist unwesentlich?
  • Feiergestaltung-Brauchtum-Ritus-Kult
  • Einiges zur Geschichte der Artgemeinschaft - GGG
  • Organisation des Glaubens?
  • Das Thing
  • Die Leitung
  • Der Leiter
  • Der Gemeinschaftsrat
  • Ämter und Arbeitskreise
  • Schiedsordnung und Schiedsgericht
  • Das Familienwerk
  • Die Gefährtschaften
  • Die Freundeskreise
  • Die Gilden
  • Werbung?
  • Wen wollen wir werben?
  • Wen nehmen wir auf?
  • Wen können wir ansprechen?
  • Die Förderer
  • Gefahren
  • Eine eigene Festkleidung?
  • Artjugend
  • Artschulen
  • Artamanen in der Artgemeinschaft
  • Worauf sollten wir unsere Planungen sonst noch richten?
  • Schritt über die Grenzen
  • Unsere Aufgabe

Einiges zur Geschichte der Artgemeinschaft - GGG

Umfassende Ausführungen bis zum Jahr 3779 finden sich hierzu in dem von mir gestalteten Schlußkapitel in Bd. 3 von "Heimkehr zum Artglauben". Kurz folgendes: Die Artgemeinschaft wurde im Jahr 3751 n. St. (1951) von einem Gründungsrat als nichtrechtsfähiger Verein gegründet, wobei unter den Anwesenden am bedeutendsten Dr. Wilhelm Kusserow, der zu dem Zeitpunkt noch Leiter der Nordischen Glaubens-Gemeinschaft war, und Alfred Conn, der später "Amtmann" der Deutschgläubigen Gemeinschaft wurde, waren. Dr. Kusserow selbst wollte die NGG nicht wiederbeleben, weil nach seiner Auffassung der Begriff "Nordisch" in der Besatzungszeit zu gefährlich zu verwenden war. Außer in der Artgemeinschaft war Dr. Kusserow in der Germanischen Glaubens-Gemeinschaft von Fahrenkrog aktiv, wo er im nächsten Jahr in den Gemeinschaftsrat gewählt wurde. Norbert Seibertz, der bis zum Jahr 39 Vorsitzender der Nordischen Glaubens- Gemeinschaft war, belebte im Jahr 52 die Nordische Zeitung neu und im Jahr 53 die Nordische Glaubensgemeinschaft, die in Nordisch - religiöse Gemeinschaft umbenannt wurde, ohne daß Dr. Kusserow dort allerdings noch mitwirkte. Die Artgemeinschait bestand aus locker verbundenen verschiedenen Gruppen, die sich "Artgemeinschaft Berlin", "Artgemeinschaft Heide", "Artgemeinschaft Schwarzwald", "Artgemeinschaft Eider" nannten.  

Grundlage war ein 3751 n. St. vom Gründungsrat unterschriebenes Artbekenntnis und eine Tafel der Werte.
Einige der verschiedenen Artgemeinschaften gaben eigene Schriften heraus, allerdings nur die Artgemeinschaft Berlin eine eigene Zeitschrift, die "Stimme", die im Jahr 54/55 an ca. 30 Anschriften ging.

Weil er hoffte, Conn so für ein etwas abgewandeltes Artbekenntnis gewinnen zu können, erklärte Dr. Kusserow 3755 den Rücktritt als Leiter der Artgemeinschaft; auf seinen Vorschlag wurde Conn als Leiter gewählt, und Dr. Kusserow wurde stellvertretender Leiter. Doch Conn druckte anschließend Werbezettel für die Artgemeinschaft, die ein erheblich gekürztes und abgewandeltes Artbekenntnis enthielten, ohne daß dies innerhalb der gesamten Artgemeinschaft abgeklärt oder gar gebilligt worden wäre. Dr. Kusserows von der Artgemeinschaft Berlin angenommenen Entwurf lehnte Conn mit der Begründung ab, man solle keine feste Glaubensgrundlage schaffen. Daraufhin ließ Dr. Kusserow eine Satzung entwerfen und gründete mit der Berliner Gefährtschaft der Artgemeinschaft im Sommer 57 einen eingetragenen Verein unter dem Namen "Die Artgemeinschaft e. V.". Anschließend widmete sich Conn nur noch der Deutschgläubigen Gemeinschaft, die in den dreißiger Jahren ihre Arbeit eingestellt hatte. Die Konstituierung der Artgemeinschaft als eingetragener Verein erwies sich richtig; alle die verschiedenen Artgemeinschaften, die dies nicht gemacht hatten, verschwanden in wenigen Jahren, teils, weil die Arbeit nicht weitergeführt wurde, teils, weil die Mitglieder zur Artgemeinschaft e. V. kamen.

Zwischen Dr. Kusserow und Norbert Seibertz hatten schon in den dreißiger Jahren Spannungen bestanden, weil Dr. Kusserow Seibertz als Leiter der Nordischen Glaubensgemeinschaft ablösen wollte. Als Norbert Seibertz im Jahr 64 starb, wurde Dank der Bemühungen von Hermann Baumgardt, Georg Nicolai und Dr. Broecker die 3728 als Nordische Glaubensgemeinschaft gegründete Nordisch-religiöse Gemeinschaft mit der Artgemeinschaft vereinigt, wobei auch einige Punkte des Artbekenntnisses, die bei der Nordisch-religiösen Gemeinschaft Anstoß erweckt hatten, geändert wurden. Laut Dr. Kusserows Mitteilung ergab sich so eine Verdoppelung der Mitgliederschaft. Wenige Jahre nach der Vereinigung suchte mich Dr. Kusserow, der von meiner gerade erschienenen Schrift "Rasse - ein Problem auch für uns" sehr angetan war, in meinem Elternhaus auf und sprach mich, nachdem er erklärt hatte, jemand, der so etwas schreibe, könne doch kein Christ sein, und ich entgegnet hatte, ich sei vor einigen Jahren schon aus der Kirche ausgetreten, direkt an, ob ich nicht Mitglied werden wolle. Er machte - auch bei meinen Eltern - den besten Eindruck, und forderte mich auch brieflich zur Mitgliedschaft auf. Ich war nicht sogleich zur Mitgliedschaft bereit, da einige Sätze des damaligen Artbekenntnisses nicht meiner Meinung entsprachen; weil Dr. Kusserow erklärte, in der Artgemeinschaft sei man nicht dogmatisch, das Artbekenntnis solle überarbeitet werden, und es werde demnächst eine Sperre für die Aufnahme von Mitgliedern für einige Jahre durchgeführt, er halte eine Mitarbeit von mir für wichtig und habe mich in die engere Wahl als seinen Nachfolger genommen, schickte ich ihm am 15.1.70 meinen Aufnahmeantrag und wurde am 17.1.70 aufgenommen, so daß ich die weitere Entwicklung als Zeitzeuge schildern kann.

Bei allem Charme und bei aller Beredsamkeit hatte Dr. Kusserow bei der Menschenbehandlung aber auch erhebliche Schwächen. Vielleicht bedingt durch seine kleine Körpergröße reagierte er sehr heftig auf abweichende Auffassungen, selbst dann, wenn diese gar nicht als Kritik an seiner Person gemeint waren.

Dadurch hat er viele wertvolle Menschen, die er zunächst einmal für die Artgemeinschaft gewonnen hatte, wieder vertrieben. Mir ist besonders unangenehm die Behandlung eines begabten Malers aufgefallen, der einen Dia-Vortrag seiner Gemälde beim Gemeinschaftstag in Hörn 69 etwas überzog und daraufhin von Dr. Kusserow, der als nächster Redner dran war, so abgekanzelt wurde ("Das Bild bringt auch nichts neues - nun mal weiter"), daß ihm die Tränen kamen. Ebenfalls bei einem Gemeinschaftstag war es, wo wir um die Stadt gehen wollten, und Dr. Kusserow einen falschen Weg einschlug; da ich am Abend vorher die Stadt erkundet hatte, sagte ich ihm das. Er schrie mich an - es war 69 oder 70 oder 71, und ich hatte keinerlei Ambitionen auf den Leiterposten: "Wenn Sie mal Leiter sind, können Sie bestimmen, wo wir längsgehen, jetzt bestimme ich das noch". Mit dem Erfolg, daß wir 20 Minuten in die falsche Richtung gingen, bis alle sahen, daß der Weg falsch war. Er hat dann aber auch wieder - so sei gerechterweise seine andere Seite erwähnt - mir sein Buch "Artglaube" mit eingeklebtem Bild von sich und der Widmung geschenkt: "Mens nordica in corpore nordico - nostra reli-gio! - Jürgen Rieger und der Neuen Anthropologie gewidmet vom Verfasser Dr. W. Kusserow 6.VII.77". Dr. Kusserows Stärke lag im Verfassen von Schriften, Aufsätzen und Büchern und Halten von Vorträgen. Leider zog er sich in der zweiten Hälfte der siebziger Jahre aber nicht von der Leitung zurück, obwohl seine Unduldsamkeit dort so groß wurde, daß er praktisch jeden, der eine andere Auffassung hatte, sofort aus der Artgemeinschaft ausschloß. Ferner waren die Gemeinschaftstage nicht mehr mit einem ansprechenden Programm ausgestattet. Die Artgemeinschaft war restlos überaltert, verlor laufend Mitglieder und gewann keine neuen hinzu. Ohne daß ich ausgetreten wäre (was ich -wenn es eine Beitragspflicht gegeben hätte - sicherlich getan hätte), blieb ich den Veranstaltungen aber fern wie so manche anderen Gefährten. Als zu den Gemeinschaftstagen praktisch nur noch ein Dutzend Personen kamen, die Kasse leer war, zog Dr. Kusserow nicht die richtige Folgerung, sein Amt in jüngere Hände zu legen, sondern wollte die Artgemeinschaft in den damals lebenskräftigeren "Goden" aufgehen lassen; er selbst erstrebte für sich dort mit dem Titel "Forseti" ein Amt als repräsentativer Ehrenvorsitzender. Da die religiösen Grundlagen von Artgemeinschaft und Goden in einer Reihe von Punkten (z.B. Verpflichtung zum Glauben an Seelenwanderung bei den Goden, Auffassung des "arischen Christus" und dergleichen) anders waren, wurden Unterschriften von Mitgliedern gesammelt, die als Tagesordnungspunkt bei der nächsten Mitgliederversammlung "Neuwahl des Leiters" wünschten. Obwohl mehr als 10 % der Mitglieder diese Forderung unterschrieben hatten, weigerte sich Dr. Kusserow, bei der Mitgliederversammlung als Tagesordnungspunkt "Neuwahl des Leiters" anzusetzen. Die damalige Satzung der Artgemeinschaft sah nicht - wie die jetzige - vor, daß alle drei Jahre die Leitung neu gewählt wurde, sondern der Leiter war lebenslänglich gewählt, wenn er nicht abgewählt wurde.

Da die Voraussetzungen nach dem BGB erfüllt waren, habe ich deswegen vor Gericht einen Beschluß dahingehend erwirkt, daß als Tagesordnungspunkt auf der nächsten Mitgliederversammlung "Neuwahl des Leiters" zu stehen habe, ferner ich als Versammlungsleiter durch das Gericht eingesetzt wurde. Gleichwohl habe ich Dr. Kusserow zunächst die Versammlung leiten lassen; als er allerdings 65 "Treueerklärungen" hervorzog, wonach ihm von 65 nicht anwesenden Mitgliedern (die einseitig von ihm informiert worden waren) die Stimme übertragen worden war, mußte ich eingreifen, weil er mit diesen Stimmenübertragungen sämtliche im Saal befindlichen Mitglieder hätte überstimmen können. Ich wies darauf hin, daß eine Stimmenübertragung laut dem Vereinsrecht nur dann zulässig sei, wenn sie in der Satzung vorgesehen ist, was sie nicht war. Mit Rücksicht darauf hätten lediglich die Mitglieder Stimmrecht, die bei der Mitgliederversammlung auch anwesend seien. Als Dr. Kusserow erklärte, ich könne ja hinterher mit meinen juristischen Spitzfindigkeiten klagen, wenn ich wollte, übernahm ich die Versammlungsleitung. Dr. Kusserow rief die Polizei, die Einblick in den Beschluß des Amtsgerichtes nahm und daraufhin Dr. Kusserow klar
machte, daß ich zurecht die Versammlungsleitung der Mitgliederversammlung übernommen hätte.
Dr. Kusserow verließ mit dem Gefährten Hanemann, der als einziger der Anwesenden noch zu ihm stand, den Saal, und es wurde ein neuer Leiter gewählt. Mit Reinder Sommerburg, der stellvertretender Leiter bis zu seinem Tode blieb, war die Gründergeneration der Artgemeinschaft aber weiterhin in der Leitung vertreten. Die für diesen Tag vorgesehene Verschmelzung mit den "Goden" fand nicht statt, so daß die Artgemeinschaft erhalten blieb.

Diese Auseinandersetzung kostete uns natürlich Mitglieder, (ebenso wie im Jahr 85 eine weitere, als es um die Frage der Verwendung von Geldern für ein Gemeinschaftshaus ging, und der damalige Leiter, den wir - trotz seiner nichtkreativen, religiös unschöpferischen Art und seinen Problemen beim freien Sprechen - 3780 gewählt hatten, weil er als Frührentner die Unterlagen ordnen sollte, plötzlich querschoß und den Willen der großen Mehrheit der Mitglieder und der Mehrheit der Leitung mißachtete). Aber ohne diese Auseinandersetzung würde es die Artgemeinschaft mit ihrer besonders auf den nordisch-fälischen Menschen zugeschnittenen religiösen Grundlage nicht mehr geben. Dr. Kusserow erkannte dies dann rund ein Jahr später (83 starb er) auch selbst, indem er uns die bei ihm noch vorhandenen und von ihm bezahlten 100 Stück "Artglaube" - Bücher zum sehr günstigen Preis von DM 7,00 pro Band anbot und überließ, und es für wünschenswert hielt, daß wir die "Heimkehr zum Artglauben" - Bände nach Auslaufen wieder herausbrächten.
Bei der Abwahl Dr. Kusserows hatte es als Organ der Artgemeinschaft nur die Mitgliedsversammlung, den Leiter und stellvertretenden Leiter und den Gemeinschaftsrat gegeben; Schriftführer, Kassenwart und Kassenprüfer wurden nur in einen beratenden "Beirat" gewählt. Die Satzung wurde völlig neu gestaltet, eine fünfköpfige Leitung zum Vertretungsorgan anstelle des Leiters bestimmt, die Gemeinschaftsratsordnung ebenfalls neu gefaßt. Ein Schiedsgericht wurde gebildet, ein Familienwerk zum Familienlastenausgleich geschaffen, Ordnungen für Freundeskreise, Gefährtschaften und Gilden verabschiedet. Für den geregelten Ablauf der Things wurde die Thingordnung gestaltet. Herzstück der neuen Ordnung wurde dann unsere Mitte der neunziger Jahre verabschiedete Schiedsordnung, die uns unabhängig von den staatlichen Gerichten macht und es ermöglicht, Streitigkeiten zwischen Mitgliedern mit Urteilskraft und Vollstreckungsmöglichkeit ohne Inanspruchname staatlicher Gerichte zu entscheiden.  

Ein Schritt vorwärts war die Vereinigung mit den Nordungen 3783 n. St., mit deren Leiter Siegert sich Dr. Kusserow früher überwerfen hatte, so daß diese traditionsreiche Gemeinschaft mit uns anschließend künftig gemeinsam ging. Einen großen Sprung nach vorne machte die Artgemeinschaft unter Dr. Hopfners Leitung von 85-87, und unter meiner anschließenden Leitung wurde die Artgemeinschaft zur größten heidnischen Gemeinschaft in Deutschland. Mit Rücksicht auf meine sonstigen ehrenamtlichen Belastungen hatte ich mich zu dem Amt als Leiter nicht gedrängt; da Dr. Hopfner trotz meiner Überzeugungsversuche als Leiter nicht mehr kandidieren wollte, und einige Mitglieder innerhalb der Artgemeinschaft als zukünftigen Leiter schon jemanden in Aussicht genommen hatten, der nach meiner Auffassung die Artgemeinschaft bestenfalls verwalten konnte, vermutlich aber Mitglieder sogar vergraulen würde, weil er - wie oben dargelegt - "katholischer Artgläubiger" war, habe ich auch diese Aufgabe noch übernommen. Ich hatte in die Neugestaltung der Satzungen und Ordnungen und des Artbekenntnisses sowie der Irminsul zuviel Arbeit gesteckt, die Idee, die hinter der Artgemeinschaft steht und der Artglaube waren für mich zu wichtig, als daß ich es hätte zulassen können, daß die Aufbauarbeit, die sieben Jahre intensiv durch mehrere aktive Gefährten geleistet worden war, nunmehr für umsonst hätte gewesen sein sollen.

Zu Dr. Kusserows Zeiten hatte es nur einen Gemeinschaftstag im Jahr gegeben. Der Gemeinschaftsrat, der neugebildet nach Dr. Kusserows Abwahl bis zu Dr. Hopfners Wahl die wesentlichen Entscheidungen traf, empfand dies als zuwenig, so daß wir zunächst zu zwei Gemeinschaftstagen im Jahr übergingen, seit 3795 n. St. drei Gemeinschaftstage haben, und 3800 erstmals zu vier Gemeinschaftstagen zusammen gekommen sind. Mein Ziel war es, vier Gemeinschaftstage im Jahr für die Gesamtgemeinschaft einzuführen, weil eine Gemeinschaft nur dann wachsen kann, wenn die Mitglieder sich persönlich kennen, wodurch eine vertrauensvolle Basis geschaffen wird. Falls jemand bei einem Gemeinschaftstag verhindert ist, ist dies nunmehr nicht so schlimm, weil er in einem Vierteljahr die Gefährten wiedersehen kann. Zur Entlastung der Leitung wird zur Gestaltung der Gemeinschaftstage im Frühjahr und Herbst verstärkt auf die Freundeskreise und Gefährtschaften zurückgegriffen.

Die Nordische Zeitung, unser wichtigstes Sprachrohr, das gegen Ende der siebziger Jahre immer seltener erschienen war, wurde nach dem Generationenwechsel in der Artgemeinschaft häufiger, umfangreicher und vielseitiger herausgegeben und erschien schon unter Dr. Hopfners Leitung wieder viermal im Jahr, wie dies schon in den fünfziger und Anfang der sechziger Jahre der Fall gewesen war. Ich habe dann für einen farbigen Umschlag gesorgt, und es erfüllt uns mit Stolz, daß von der amerikanischen Zeitung "VOR TRU" die Nordische Zeitung als die von der Aufmachung und Gestaltung her beste Zeitung germanischer Heiden weltweit bezeichnet wurde. Das muß Ansporn sein, keine Qualitätseinbußen bei Inhalt und Aufmachung zuzulassen.

Es wurden 3781 n.St. zunächst Flugblätter gedruckt, um Anfragenden einen Kurzüberblick über unser Wollen zu geben. Daneben erschienen dann aber auch schon bald neue Schriften in unserer Schriftenreihe, und einige alte wurden wieder neu aufgelegt. Ich stellte "Heidnische Gedichte" zu einem Buch zusammen, und das dreiteilige Werk von Dr. Kusserow "Heimkehr zum Artglauben" wurde in zweiter Auflage herausgebracht.

Nach dem Tode von Rose Kusserow waren kaum noch Feiern im Freien gestaltet worden; wir führen nun wieder Sonnwendfeiern und Erntefeiern, zuweilen auch Vorträge unter freiem Himmel durch. Morgenfeiern, wo führende Persönlichkeiten unseres Volkes mit ihren Gedanken zu Worte kamen, wurden im Wechsel mit Aussprachen (zum Artbekenntnis, dem Artsittengesetz und der Religion im allgemeinen) am Sonntag Vormittag durchgeführt.

Die schon seit langem beabsichtigte Überarbeitung und Neufassung des Artbekenntnisses erfolgte 3783, in den neunzigern gaben wir uns, wobei ein von mir gestalteter Entwurf Grundlage für die Aussprache war, das Sittengesetz unserer Art, das die "Tafel der Werte" und das frühere Artgelöbnis ersetzte. Ebenfalls auf einen von mir vorgelegten Entwurf hin wurde unser Aufruf zur restlosen Trennung von Kirche und Staat auf allen Gebieten vom Thing beschlossen.

Für die Mitglieder wurde eine eigene Nadel gestaltet, die Mitgliederaufnahme wird nunmehr feierlich beim Gemeinschaftstag unter Überreichung einer Urkunde mit Leitwort (auch dies war neu) vorgenommen. Die bei der GGG und den Nordungen gebrauchte Jahreszählung nach Stonehenge wurde eingeführt, als Grußform das aus der Edda überlieferte "Heil Dir" bzw. "Heil Euch" übernommen, und das ursprünglich ungermanische "Siezen" abgeschafft. Als Dr. Hopfner Leiter war, legte ich einen neuen Entwurf der Irminsul, unseres religiösen Sinnbildes, vor, weil die von der Nordischen Glaubens-Gemeinschaft übernommene Form der Irminsul zu jugendstilhaft war, zu wenig dem historischen Vorbild entsprach und den Gedankenp der Weltensäule zuwenig zum Ausdruck brachte. Mein Entwurf wurde gutgeheißen.

Auf meine Anregung hin wurde 89 als Namenszusatz "Germanische Glaubens-Gemeinschaft" satzungsgemäß festgelegt. Schon Dr. Kus-serow hatte Fahrenkrog als unseren Gründer gesehen, war Mitglied und Amtsinhaber bei der GGG gewesen, und einige Mitglieder der GGG waren zu uns gekommen, als die GGG in den fünfziger Jahren einschlief und dann aufgelöst wurde. Mit der Namensergänzung wurde dokumentiert, daß wir - und niemand anders - in der Tradition der alten GGG stehen. Wichtiges Ziel ist die Neugestaltung der Feste des Lebenslaufes und des Jahreslaufes. Wir geben nach wie vor Hilfestellung zur Feier des Lebenskreises (Wiegenfest, Jugendfeier, Hochzeit und Totenleite), haben hierzu bereits eine Veröffentlichung herausgebracht, der in den nächsten Jahren weitere folgen werden, und haben auch einen Gefährten, der es übernommen hat, Totenleiten im heidnischen Sinne zu gestalten und so die Angehörigen zu entlasten. Unsere Jahreslauffeste erfahren auch besondere Aufmerksamkeit bei der Gestaltung; durch Lurenklang werden sie neuerdings eindrucksvoll umrahmt.

Dr. Kusserow ist der Auffassung gewesen, daß die Artgemeinschaft neben den Festen des Lebenskreises und den Festen des Jahreskreises (z.B. Sommersonnenwende und Julfest sowie Erntedankfest) die Feiern des Volkskreises (insbesondere Reichsgründungstag am 18.1, Gedenktag Volksaufstand 17. Juni 53, Tag der Nationalen Arbeit am 1.5. und Volkstrauertag / Heldengedenken im November) zu begehen habe. Wir sind heute nicht mehr dieser Auffassung, ganz abgesehen davon, daß Dr. Kusserows Meinung Theorie geblieben war. Dinge, die im Rahmen eines Volkes Bedeutung haben und die keinen religiösen Bezug haben, können nicht Gegenstand von Feiern der Artgemeinschaft-GGG sein. Wir haben Mitglieder aus verschiedenen Völkern, denen die auf ein einziges Volk bezogenen Gedenktage nichts sagen. Es bleibt selbstverständlich jedem Gefährten freigestellt, an solchen Feiern, die von Anderen veranstaltet werden, teilzunehmen. Von der Artgemeinschaft -GGG veranstaltet werden können aber nur Feiern zu den Gedenktagen, die für alle Germanen Bedeutung haben, beispielsweise dem Lindis-farne-Tag ( 8. Juni: Überfall auf das Kloster Lindisfarne als Antwort auf die die Zwangschristianisierung beabsichtigenden Sachsenkriege) oder ein Tag zum Gedenken an Arminius, der uns vor der Romanisierung bewahrt hat. Daß die Artgemeinschaft - GGG der gefallenen Soldaten ebenso wie der ermordeten Hexen und Ketzer und gemeuchelten Vertriebenen und Bombenopfer gedenkt, ist selbstverständlich; dies geschieht aber nicht im Rahmen des staatlichen Volkstrauertages, der sich immer mehr von einem Gedenken an die gefallenen Soldaten in eine Verherrlichung des Widerstandes gewandelt hat. Wir haben insoweit eigene Gedenken bei unseren Gemeinschaftstagen durchgeführt, und eine eigene Gedenkstätte auf dem Boden unseres Gemeinschaftsheimes geschaffen.

Die Ehrung der Toten ergibt sich aus unserer Ahnenverehrung. Hierzu gehört auch die Wiederherstellung der durch die Christen geschmähten Ehre unserer vorchristlichen Ahnen, die wir den Menschen unserer Art vemitteln müssen, weil ihre Ehre auch unsere Ehre ist.

Damit bin ich bei unserem Gemeinschaftshaus, das wir zusammen mit anderen Gemeinschaften durch Mitgliedschaft im Träger Heide - Heim e.V. seit 91 unterhalten. Hierzu ist ein Arbeitsdienst (bei Nichterfüllung trotz körperlicher Eignung Ausgleichsabgabe) eingeführt worden. Wenn wir in eigenen Räumen feiern, haben wir die Möglichkeit, diese in unserem Sinne zu gestalten und auszuschmücken. Trotz der gegenwärtigen staatlichen Beschlagnahme, über die endgültig noch nicht entschieden ist, da das für uns ungünstige Urteil gegen den Heide-Heim e.V. vor dem Verfassungsgericht und notfalls dem Europäischen Gerichtshof angefochten werden wird, bleibt der Auftrag an uns bestehen, auch in anderen Teilen Deutschlands Gemeinschaftsstätten zu schaffen. Auch Feiern unter freiem Himmel können regelmäßig nur auf eigenem Grund ungestört von durch Fernsehen, Pfaffen und anderweitige Kräfte aufgehetzte Demonstranten durchgeführt werden. Dr. Kusserow war noch der Auffassung, daß das Gemeinschaftshaus nach eigenen Plänen und Vorstellungen gebaut werden solle. Dies wäre zwar wünschenswert, aber nicht finanzierbar. Ein vorhandenes Haus zu kaufen ist immer billiger, als einen Neubau vorzunehmen. Mit Rücksicht auf die Einsparungen im Gesundheitswesen werden sicherlich Kurheime künftig in die Zwangsversteigerung kommen oder sonstwie billig angeboten werden; diese ebenso wie frühere Jugendherbergen, die infolge des geringen Standards nicht mehr kostendeckend vom Jugendherbergswerk betrieben werden können, kommen insoweit als zu erwerbende Objekte in Frage, ebenso wie frühere Betriebsferienheime auf dem Gebiet der ehemaligen DDR. Daß hierzu großzügige Spenden, Schenkungen oder Erbschaften gebraucht werden, braucht nicht weiter betont zu werden.

Dieser Blick zurück in die Vergangenheit ist für uns nicht Selbstzweck, er dient nicht allein der Befriedigung unseres historischen Interesses. Der Blick zurück gibt uns in Verbindung mit unserem gegenwärtigen Standpunkt und den in der Gegenwart vorhandenen Möglichkeiten die Richtung an, in der wir der Zukunft entgegengehen werden. Unser Streben ist daher in die Zukunft gerichtet, ausgehend von den gegenwärtigen Möglichkeiten.








Dieses Produkt haben wir am Montag, 28. Dezember 2009 in unseren Katalog aufgenommen.

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